Bambola

Identität ist niemals autonom

Das Senden und Empfangen von kulturellen, sowie gesellschaftlichen Bildern gründet die Selbstkonstitution und ist Teil des Wechselspiels zwischen Individuum und Gesellschaft. Körperbilder und die Inszenierung des Selbst nach Aussen, sind Grundsteine des gesellschaftlichen Konstrukts, in dem jedes Individuum, bewusst oder unbewusst, einen inneren Kampf zwischen Selbstreferenz und Fremdreferenz bestreitet. Selbstbilder und Selbstkonzepte entstehen durch Ableitung oder auch Nachahmung der von aussen empfangenen Körperinszenierungen. Das Individuum wird zum Teil einer Gesellschaft, indem es Konformität mit den in der Gesellschaft aufgestellten Durchschnitts-, Richt-, und Normwerten praktiziert.

Ein Selbstkonzept dient der Integration und der Erfüllung einer sozialen Rolle. Individuen streben nach sozialer Anerkennung. Soziale Anerkennung wird auf diskursivem Wege durch das kulturelle Imaginäre organisiert. Bilder der Modewelt haben nicht nur einen Vorbildscharakter, sondern prädigen einen zu erzielenden sozialen Status. Kleidung hat einen Identitätscharakter und ist im Kontext der gesellschaftlichen Rollen und Klischees ein Utopievermittler.

 

Bambola

(2011-2012)

Bambola ist italienisch und bedeutet Puppe. Bambola ist ein Konzeptprojekt, welches  Mode im Kontext der weiblichen Selbstinszenierung untersucht, während es zukünftige Vertriebskanäle visualisiert.

Wie werden wir in Zukunft mit Konsumgütern konfrontiert werden? Wie werden wir Kaufentscheidungen treffen? Welche Rolle werden die uns kommunizierten Bilder spielen?

agalovestoday.com, ein eigens für dieses Projekt angelegter Fashion Blog, produzierte und publizierte von 2011 bis 2012 fast täglich Collagen aus teurer Mode, Alltagsgegenständen und stimmungsvermittelnden Bildern und Mustern. Der Blog erreichte in dieser Zeit 20.000 Follower auf Facebook, WordPress und Instagram. Alleinstehendes Merkmal war die „kunstvolle“ Inszenierung der Gegenstände, wobei ihre eigentliche Funktion in den Hintergrund gestellt wurde. Die Zweckentfremdung der Produkte zur bildlichen Darstellung einer Szene, einer Stimmung oder eines Lebensstils, diente dem passiven Verkaufsangebot. Es sollte ein Bedürfniss kreiert werden. Der innere Zwang bestimmte gesellschaftliche Rollen zu besetzen, reicht nachweislich aus, um Kaufentscheidungen zu beeinflussen. Die Produkte in jeder einzelnen Collage, sollten mit Links in ein Onlineshop System integriert werden, welches ermöglichen sollte, jedes abgebildete Produkt zu erwerben. Das Bambola Konzept simulierte die Viralisierung der Collagen auf Instagram. Instagram fungierte dabei als direkter Kommunikationskanal zwischen Onlineshop und Endkunde. Durch ein Klicken auf die in Instagram präsentierte Collage, gelang der Kunde zur Verkaufsseite.

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Mode inszeniert Körperbilder, Identitäten und Lebensweisen