#artbastard

Klammern werden verwendet, um Zusätze und Nachträge vom restlichen Text abzusondern. Manchmal setzt man Klammern um Alternativen anzubieten. Runde Klammern, die üblichen Klammern, wie sie in einem Fliesstext verwendet werden, dienen dazu (Satz)teile abzusondern. Ein geklammerter Name, weist auf ein Zitat hin. Jemand wird wörtlich oder sinngemäss zitiert. Diese Person erfährt damit Anerkennung. Das von ihr geschriebene Wort, ist in den Augen des Zitierenden, massgebend. Wird ein Produzent, ein Verantwortlicher, ein Initiator, ein Gestaltender im Kontext seiner Arbeit geklammert, ist dies im Gegensatz zu einem Zitat, exkludierend. Diskutiert man den Gegenstand des Exkludierens, darf er nicht autonom betrachtet werden, obwohl die Exklusion zeitgleich immer autonom ist. Inklusion beruht auf Gleichsinnigkeit, Gleichartigkeit und Anerkennung der kommunizierten Werte, Vorstellungen, Weisen des Seins. Eine Abweichung in jeglichem Sinne, kann, muss aber nicht, zur Exklusion führen. Autonomie in der Kunst und Kulturszene ist Gebot. Dieser Autonomiebegriff ist in Anbetracht der vorhandenen und schweigend vorsätzlich übersehenen Abhängigkeitsverhältnisse, auszudifferenzieren. Dies aussenvorlassend, würde man doch die Frechheit besitzen zu meinen, in der Welt der Freigeister, der Kreativen und Sozialen, müsse es einen Raum der Akzeptanz und Offenheit für Andersartigkeit geben. Die verfassungsmässig verbürgte Autonomie im Kunstkontext, verbirgt den Blick auf das im Kunstsystem internalisierte Autonomieproblem. Wie können Kunst und Autonomie koexistieren, wenn die errungene Freiheit der Kunst neue Formen der Unfreiheit generiert hat? Je abgegrenzter, autonomer und einflussresistenter ein System, desto stärker wirken die Macht- und somit die Begrenzungskräfte. Und was einst selbst einen Kampf bestritten und gewonnen hat, ist meist danach Verbündeter des Bekämpften, unter dem Vorwand der Sicherung der neu erlangten Position. Die Kunst und ihre Vertreter, als kritische und reflexionsgenerierende Gestaltende, besitzen das grösste Potential im Feld der Ausprägung ihrer Selbstkritik. Szepta bricht aus vorformatierten Urteilsschablonen aus, und erschliesst Systeme durch die Herstellung von kritisch exemplarischen Weltbezügen. Die ausbleibende Legitimation dient der steten Immunisierung gegen Konformität und Fremdbestimmung.